Kulturtechnik und Protest: Poster zu #OccupyGezi

Digitale Poster sind Kampagnenwerkzeug und fester Bestandteil der heutigen Protestkultur. Sie dienen der Multiplikation von Botschaften vor allem  im Internet und schaffen Aufmerksamkeit für das jeweilige Ereignis.  Oft wird hier popkulturelle Ästhetik mit Netzkultur vermischt, um den Rezeptionsmustern jüngerer Zielgruppen zu entsprechen. Momentan veröffentlichen Kreative weltweit Arbeiten zu den Protesten  in der Türkei aka #occupygezi.

 

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transdemo e. V. – Verein für Politik, Kunst und Technologie

trans (von lat.: transcendere [1] hinüberschreiten, -steigen, -gehen)

demo (von lat.: demonstrare [1] genau zeigen [2] bezeichnen

Wir wollen kulturelle, politische und technologische Grenzen überschreiten, das Hier und Jetzt explizit machen und auf ein mögliches Danach deuten.

transdemo e. V. ist der Versuch, gemeinsam an der Gesellschaft aus verschiedenen Disziplinen heraus zu arbeiten. Der Verein ist ein Konvergenzraum, in dem Politik, Kunst und Technologie in einem kritischen Diskurs miteinander verhandelt werden. Aus diesen Verhandlungen wollen wir die Gegenwart und Zukunft der Gesellschaft ableiten, die wir in On- und Offline-Formaten inszenieren: Ausstellungen, Publikationen, Filme, Prototypen, Installationen, Vorträge, Konzerte oder Workshops.

Uns gehören Designer, Künstler, Filmschaffende, Journalisten, Wissenschaftler, Entwickler und Ruheständler an. Wer Interesse an einem kultur-, alters- und berufsübergreifenden Austausch hat, wem freies Denken keine Angst und utopisches Sinnieren Spaß macht, der ist herzlich eingeladen, mit uns zu experimentieren.

Unlösbare Probleme in der Denkerei

Auf der Website der Denkerei (Berlin) können derzeit “unlösbare Probleme” online eingereicht (crowdgesourct) und diskutiert werden. Das Amt für Arbeit an unlösbaren Problemen und Maßnahmen der hohen Hand ist ein experimenteller Gedankenspielplatz und Veranstaltungsort von Bazon Brock in Kooperation mit der Leuphana Universität Lüneburg und einigen weiteren gegenwärtigen Denkern.

mundraub.org: Kartografiertes Obst im öffentlichen Raum

mundraub.org ist crowd mapping von frei verfügbarem Obst. Auf der Map können kollektiv Fundstellen wildwachsender Kirschen, Äpfel, Beeren oder Nüsse eingetragen werden, an denen man sich gütlich tun kann. Ziel des Projekts, das mittlerweile in der Beta-Version generalüberholt wurde, ist laut den Machern das Bewusstsein für in Vergessenheit geratene Früchte der Kulturlandschaft im öffentlichen Raum zu schärfen.

Mundräuber sein ist eine kreative und freundliche Beschäftigung, die noch jeder aus seiner Kindheit kennen dürfte. Und wenn nicht, hat man mit der Plattform die Gelegenheit das nachzuholen. Für die Theoretiker gibt es mittlerweile auch eine Publikation: Das Mundräuber Handbuch.

Das gesamte Projekt ist meines Erachtens ein gelungenes Beispiel für kollektive, sich fortschreibende Produktionsprozesse, mittels derer sich der öffentliche Raum gestalten lässt. Im Kern also das, was man unter sozialen Medien tatsächlich verstehen könnte: Die gemeinsame Organisation und Umsetzung sozialer Handlungen mittels digitaler Kommunikation.

Studie: Internet-Tsunamis – Politische Massen im digitalen Zeitalter

Der Untersuchungsgegenstand der Studie Internet-Tsunamis – Politische Massen im digitalen Zeitalter sind Phänomene der Massenkommunikation im Internet, die sich auf Mediensysteme ausweiten und durch Wechselwirkungen Masseneffekte im Virtuellen wie im Realen hervorrufen können. Die hier betrachteten Phänomene ziehen in erster Linie die Bildung von Protestmassen nach sich und haben weiterführend realpolitische Auswirkungen, die sogar global relevant werden können. Es galt die Mechanismen der Massenmobilisierung über das Internet zu evaluieren und deren Auswirkungen auf die Politik und den Politikprozess zu bewerten.

Um sich dem Phänomen möglichst mulitperspektivisch zu nähern, haben wir insgesamt 47 Interviews mit Vertretern aus den Bereichen Aktivismus, Medien, NGO’s, Politik, parteinahe Stiftungen, Wirtschaft und Wissenschaft geführt. Außerdem wurden regionale, nationale, europa- und weltweite Phänomene im Zeitraum Ende 2010 bis Mitte 2012 betrachtet und vier Fallstudien (Ägypten, Plagiatsaffäre Guttenberg, Occupy Wallstreet und ACTA) angefertigt. Auf Basis der Exploration wurde die wichtigsten Aufmerksamkeitsfelder identifiziert und anschließend interdisziplinär analysiert. Die Studie ist ein Forschungsprojekt zwischen der Europa-Universität Viadrina und xaidialoge, in dem Perspektiven aus Kulturwissenschaft, Soziologie, Politikwissenschaft und IT miteinander verschränkt wurden.

Unser Ziel war es, das Forschungsfeld Internet, Politik und Gesellschaft für den weiteren Diskurs zu öffnen. Wir erheben keinen Anspruch auf abschließende Antworten. Im Gegenteil soll die Studie Diskussionen anregen und neue Perspektiven auf die sich stetig wandelnde (politische) Kultur im Internet eröffnen.

Die Studie ist als Website und PDF-Download verfügbar.