transdemo e. V. – Verein für Politik, Kunst und Technologie

trans (von lat.: transcendere [1] hinüberschreiten, -steigen, -gehen)

demo (von lat.: demonstrare [1] genau zeigen [2] bezeichnen

Wir wollen kulturelle, politische und technologische Grenzen überschreiten, das Hier und Jetzt explizit machen und auf ein mögliches Danach deuten.

transdemo e. V. ist der Versuch, gemeinsam an der Gesellschaft aus verschiedenen Disziplinen heraus zu arbeiten. Der Verein ist ein Konvergenzraum, in dem Politik, Kunst und Technologie in einem kritischen Diskurs miteinander verhandelt werden. Aus diesen Verhandlungen wollen wir die Gegenwart und Zukunft der Gesellschaft ableiten, die wir in On- und Offline-Formaten inszenieren: Ausstellungen, Publikationen, Filme, Prototypen, Installationen, Vorträge, Konzerte oder Workshops.

Uns gehören Designer, Künstler, Filmschaffende, Journalisten, Wissenschaftler, Entwickler und Ruheständler an. Wer Interesse an einem kultur-, alters- und berufsübergreifenden Austausch hat, wem freies Denken keine Angst und utopisches Sinnieren Spaß macht, der ist herzlich eingeladen, mit uns zu experimentieren.

Kommunale Politik im Kontext von digitalen Meinungsimpulswellen

Entscheidungen des letzten Jahrhunderts, die bis heute unsere Mediennutzung reguliert haben, befinden sich mittlerweile an einem Scheideweg. Zurückzuführen ist dies auf den technologischen Fortschritt und einen der wirksamsten Verstärker und Katalysatoren, den die Menschheit jemals erlebt hat – das Internet. In der Vergangenheit bestimmten staatliche Zwänge und Gesetze den Zuschnitt der Medienlandschaft und definierten den Informationspool der Bürger.

Heute bildet das Internet mit seinen interaktiven Potenzialen der sozialen Netzwerke, im Verbund mit E-Mails, Chats, Videokonferenzen, Blogs oder Foren, einen neuen Raum. Der Bürger bezieht hier Informationen aus individuellen und kollektiven Meinungsdarstellungen, die er dort ableitet, neu in­terpretiert und blitzschnell weiterverbreiten kann.

Diese Mechanismen revolutionieren nicht nur die tradierte Deutungshoheit des Rundfunkzeitalters und dessen kontrollierte Informationsverteilung, sondern auch die gesteuerten Rezeptionsmuster und deren vorgegebenen Interpretationsrahmen. Die grundlegend neuen technologischen Potenziale, mit denen Gedanken zu Texten werden, Texte zu Programmen transformieren und Programme durch die andauernde Nutzung zu anderen Denkstrukturen führen, werfen für viele Menschen noch mehr Fragen auf.

Mit seiner technischen Einzigartigkeit, Medium und Infrastruktur in einem zu sein, verbindet das Internet Menschen weltweit. Massenkommunikationsprozesse demokratisieren sich, da die Kosten für Produktions- und Publikationsmittel dramatisch gesunken sind. So hat das Internet grundlegen­de gesellschaftliche und politische Veränderungsprozesse angestoßen. Gesprä­che, Ideen und Beziehungen über Staatsgrenzen und Kulturräume öffent­lich auszutauschen, ist nun millionenfach möglich, während es zuvor nur eini­gen wenigen vorbehalten war. Das verändert das Handeln, global wie lo­kal, und damit auch die Vorstellung der Welt!

Schnell werden die heutigen Protagonisten dieser neuen Kommunikationsformen entweder belächelt und verniedlicht oder zum Hype stilisiert. Doch jenseits dieser vorschnellen Wertungen kann täglich beobachtet werden, wie sich BürgerInnen im Internet zu Kollektiven zusammenschließen und Demokratisierungsprozesse in fast allen gesellschaftlichen Bereichen anstoßen. Bestehende Machstrukturen werden offen diskutiert, kritisiert und grundsätzlich in Frage gestellt. Die Forderung nach Transparenz, Partizipation und Reformierung festgesetzter Ordnungsmuster wird zunehmend lauter.

Der Text ist ein Auszug aus dem Buch Wellenreiter, Kommunale Politik im Kontext von digitalen Meinungsimpulswellen, an dem ich als Koautor mitgearbeitet habe. Thema sind die Auswirkungen digitaler Kommunikation in sozialen Netzwerken auf die Lokalpolitik und die neuen Herausforderungen sowie Möglichkeiten, mit denen sich Politiker und Verwaltungen auf lokaler Ebene zunehmend beschäftigen müssen.

Das Buch ist als Hardcover im vwh-Verlag, als kostenloses PDF oder als Website zugänglich.

Anti-ACTA Demonstration in Berlin

Anti-ACTA Demo Berlin 2012-02-11_4

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Anti-ACTA Demo Berlin 2012-02-11_9

Heute war ich zusammen mit dem Dokumentarfilmer Rolf Wolkenstein und dem Poetry-Slammer Bas Böttcher auf der Anti-ACTA Demonstration in Berlin. Es wurde ein friedlicher, angenehmer und bunter Spaziergang bei eisiger Kälte durch die Stadt, was die Protestlaune der geschätzt 5.000 überwiegend jugendlichen Demonstranten/innen nicht zu mindern schien. Auch wenn die Acta-Ratifizierung zunächst verschoben wurde, waren die Protestbekundungen in ganz Deutschland am heutigen Tag enorm wichtig, um eine höhere Reichweite zu erzeugen. Ich schließe mich der Vermutung von @Grabstein an, dass die ACTA-Unterzeichnung wohl in die Zeit der kommenden EM verlegt werden wird, da ein solches Vorgehen der beliebten Taktik entspräche, unliebsame Gesetze durchzudrücken, wenn gerade niemand hinschaut (Aufmerksamkeitssteuerung).

Ein wunderbares Foto von der Demo in Köln gibt es auf Nerdcore zu besichtigen.

Update: Weitere sehenswerte Bilder gibt es bei Just und auf der Fanpage der Onlineaktivisten.