Kulturtechnik und Protest: Poster zu #OccupyGezi

Digitale Poster sind Kampagnenwerkzeug und fester Bestandteil der heutigen Protestkultur. Sie dienen der Multiplikation von Botschaften vor allem  im Internet und schaffen Aufmerksamkeit für das jeweilige Ereignis.  Oft wird hier popkulturelle Ästhetik mit Netzkultur vermischt, um den Rezeptionsmustern jüngerer Zielgruppen zu entsprechen. Momentan veröffentlichen Kreative weltweit Arbeiten zu den Protesten  in der Türkei aka #occupygezi.

 

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Die Korrekturplattform ICorrect

ICorrect is the first website to correct permanently any lies, misinformation and misrepresentations that permeate in cyberspace.

Richtig gelesen. Die neue Plattform ICorrect gibt dem User, also Euch, die Möglichkeit zur Richtigstellung von Behauptungen, Lügen oder Diffamierungen, in dem die als nicht der Wahrheit entsprechend klassifizierte Aussage einer Korrektur durch das Opfer der Anschuldigung  gegenübergestellt wird. Hierbei wird nach Aussage des Betreibers streng darauf geachtet, dass die Korrektur auch vom tatsächlich Verleumdeten stammt und nicht etwa von einem Dritten. Das Ganze sieht dann so aus:

So versteht sich ICorrect als eine Art der Rufmordentschädigung. Ob das zielführend ist oder nicht, lasse ich mal dahingestellt (persönlich denke ich eher nicht, denn die ‘Wahrheit’ spricht heute Google).  Auf jeden Fall ein Raum für Geschichten und, wer weiß, vielleicht einmal für nennenswerte Bestrebungen der sog. Corporate Communication.

Das Wort zum Sonntag: Vatikan 2.0

Religiöse Gemeinschaften haben das Community-Wesen perfektioniert lange vor Erfindung des Internets. Die Glaubensbranche ist eine der größten der Welt, es gibt unzählige Anbieter und einen enormen Konkurrenzkampf. Einer der größten und einflussreichsten Provider der Welt ist der Katholizismus mit seinem Headquarter Vatikan. Dessen CEO geht regelmäßig auf Businessreisen und wird ähnlich frenetisch verehrt wie Steve Jobs. Und das bei einem Kerngeschäft ohne maßgebliche Entwicklung und immaterieller Produktpalette. Eine der entscheidenden Strategien zur Stärkung der Community ist die ungefragte Mitgliedschaft im Kleinkinderalter, noch lange vor der Ausreifung intellektueller Fähigkeiten, die eine Mitgliedschaft in Zweifel ziehen könnten.

Dennoch mangelt es dem Katholizismus an einer kohärenten Kommunikationsstrategie im Social Web. Budget wäre vorhanden ebenso wie eine Zielgruppe gigantischen Ausmaßes. Und trotzdem tut man sich in sakralen Kreisen schwer, wie ein kurzer Blick auf die gängigen Online-Angebote verrät.

Zunächst wäre da die Website des Headquarters. Ein Design aus der Steinzeit, sehr schlechte Usability und die fehlende Integration sämtlicher Social-Media-Kanäle zeichnet diese vorrangig aus. Die lateinischen Bezeichnungen einiger der primären Angebote dürften ebenfalls wenig hilfreich sein.

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