Lifeinvader: Social Media Satire in GTA 5

“We have put a billion people’s private data in the public domain, and we have milked every penny we could in the process” (Jay Norris)

Was immer man auch von der GTA-Reihe halten mag, mit Grand Theft Auto V hat Rockstar Games ein Meisterwerk im Bereich Storytelling abgeliefert. Wie schon in Red Dead Redemption wimmelt das Spiel von gesellschaftskritischen Seitenhieben. In GTA V haben es die Macher besonders auf die Medienlandschaft abgesehen.

LifeinvaderOffice-GTAV

Lifeinvader Firmensitz in GTA 5 / via

Lifeinvader ist ein Unternehmen und gleichzeitig Name des sozialen Netzwerks in der fiktiven Spielwelt Los Santos. Der Firmensitz ist eine sehr detailreich und bitterböse gestaltete Ansammlung überzeichneter Klischees des Internet-Business. Die maßgebliche Interaktion im Netzwerk, das “Folgen”  eines anderen Benutzerkontos, wird schlicht “stalk” genannt. Das Netzwerk selbst erstickt in belanglosen Werbenachrichten der in Los Santos ansässigen Firmen und Dienstleister.

GTA V - Liveinvader - Sprunk

Unternehmensseite der Marke Sprunk im Liveinvader-Netzwerk / via

In einer der Missionen zu Anfang des Spiels dringen wir in die Firmenzentrale ein, um die neueste technologische Entwicklung des Unternehmens zu präparieren, mit dem Ziel, dem Gründer und CEO von Lifeinvader, Jay Norris, im Rahmen einer seiner opulenten Live-Auftritte den Garaus zu machen. Ganz gemütlich auf der heimischen Couch vor dem Fernseher sitzend frönen wir der Rede des CEO, wie er vor einer ekstatischen Menge verkündet:

“We have put a billion people’s private data in the public domain, and we have milked every penny we could in the process. We have one of the youngest work forces in the world! An average age of only fourteen point four years.”

Liveinvader Founder & CEO Jay Norris

Liveinvader Founder & CEO Jay Norris

Treffer – Sarkastischer kann man die Ausbeutung des Sozialen durch die Ökonomie in Form (a)sozialer Netzwerke wie Facebook nicht kommentieren. Dann läutet Jay Norris mit einer lächerlicher Geste die Zukunft ein, in dem er den neuesten mobile device des Unternehmens vorstellt:

“Now, you’re going to be able to stay docked twenty-four seven.”

Kurz darauf rufen wir den CEO auf seinem neuen Wundergerät an, sprengen ihn vor laufenden Kameras in die Luft und staunen zusammen mit der Spielfigur über die Radikalität der Szene. Selten ist ein medienkritischer Kommentar in einem Mainstream-Unterhaltungsprodukt böser und befriedigender ausgefallen.

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