The Black Mamba: Nike Werbefilm mit Kobe Bryant von Robert Rodriguez

Black Mamba ist ein Exploitationfilm aus dem Jahr 1974 von Georg Rowe. Ich habe den Film selbst nicht gesehen, aber seine Genreverortung fällt bei folgender Rezension nicht weiter schwer:

Black Mamba suffers the double whammy of being less serpent-centric and less booby-centric, making for the dullest movie I’ve seen featuring zombies, voodoo dolls, a hunchback, Satan, “Manimal”-like transmutations, bestiality, an exorcism, and Death itself. The film opens with a hunchback doing what hunchbacks do best: robbing graves. He messes with the wrong tomb, though, when he takes a ring from the corpse of Dante, a man who happens to have once romanced a witch. (via)

Der neue, gleich betitelte Werbefilm für Nike, der als Viral angelegt ist, verarbeitet ästhetisch und erzählerisch eine ganze Palette an Referenzen auf alte Trash und Actionfilme. Es wird auf Genreikonen wie Bruce Willis oder Danny Trejo zurückgegriffen, Robert Rodriguez, selbst Meister des Neo-Trashs und bekennender Liebhaber des Exploitationkinos, führte bei dem Werbefilm nicht nur Regie, sondern spielt auch gleich noch eine der Hauptrollen. Mit ihm wird das Ganze dann noch um eine zusätzliche Ebene erweitert. Unweigerlich kommt die Erinnerung an dessen Spielfilme hoch, besonders an sein aktuelles Werk Machette, in dem wiederum Danny Trejo die Hauptrolle spielt. Gedanken an Quentin Tarentino drängen sich auf, der das Genre eigentlich neu erfand und spätestens mit Inglourious Basterds zeigte, was referentielles Schema und Postmoderne im Film bedeuten können. Außerdem ist er ein langjähriger Freund und Kollaborateur von Rodriguez.

Das alles darf als ein sehr schlaues, kommerzielles Kalkül gewertet werden. Man entspricht den Sehgewohnheiten der in diesem Fall überwiegend jungen Zielgruppe in dem man die herrschende Genreästhetik kopiert, schickt noch ein paar ihrer berühmtesten Vertreter ins Rennen, schafft jede Menge Anschlussstellen und Referenzen auf den Kult, bettet den Film in den weiteren Sagenkreis zeitgenössischer Produktionen ein und erfindet eine eben so plumpe wie absurde Story, wie sie nur in genanntem Genre Bestand haben kann. Zusätzlich macht man sich in allem Ernst über die eigene Produktion lustig, denn im Werbefilm selbst geht es ja um einen Film, der noch gedreht werden soll und die übermütige und infantile Trashwelt, die Rodriguez und seine dafür vorgesehene Hauptrolle Kobe Bryant zusammen erspinnen. Letzterer ist dann noch das perfekte Testimonial für die zu bewerbende Marke. Die Produkteinbindung in die Story wird hier übrigens verkehrt: Es handelt sich um einen Werbefilm für Nike, der so tut, als würde zukünftig ein Film gedreht werden, in dem Nike-Produkte lediglich für das Product Placement genutzt werden, um das Budget für den noch zu drehenden Film zu erhöhen:

“Product placement gives us a bigger budget. Bigger budget, bigger Explosions!”

Mir persönlich gefällt der Film deswegen so gut, weil er gleichzeitig mutig und zielgruppengerecht ist und eindrucksvoll zeigt, was man in einem sechsminütigen Clip (eine nicht gerade auf Netzkonsum optimierte Länge) für eine Dichte an werbewirksamen Implikationen und Anschlussstellen verarbeiten kann, ohne dass es gezwungen oder konstruiert wirkt, da sich das absurde Konstrukt ironisch vor sich selbst offenbart. Außerdem ist die Erzählweise als Film im Film schön umgesetzt, doppelbödig und doch denkbar einfach. Es lebe der Trash!

Für alle, die das Video aufgrund nationaler Einschränkungen gerade nicht sehen können, einmal hier hin wechseln.

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