Crowdfunding auf PledgeMusic: Ein Idealfall verantwortungsbewusster Vermarktung

Soziale Netzwerke bringen den Anbieter direkt zum Kunden. Besonders in kulturellen Branchen, wie der Musikbranche, ist das ein großer Vorteil für die Künstler, da diese  durch den traditionellen Verkauf ihrer musikalischen Erzeugnisse auf Tonträgern ohnehin kaum etwas verdienen. Doch können digitale Kommunikationsstrukturen noch sehr viel mehr leisten, als den potentiellen Kunden plump auf das Angebot aufmerksam zu machen. Dieser kann auch selbst in die Produzentenrolle schlüpfen, in dem er Musikern finanzielle Unterstützung zusagt und Interesse am noch nicht vorhandenen, möglichen neuen Produkt bekundet. Das Prinzip nennt sich crowdfunding, d.h. die Finanzierung von verschiedenen Aktionen (in dem Fall ein Album) durch Fremdkapital. Der Kapitalgeber ist die crowd, sprich die anonyme Masse im Internet.

Und genau das macht Orkestra del Sol, in dem sie aufrufen, ihr neues Album zu unterstützen. Der Vorgang ist denkbar einfach: Auf der Plattform PledgeMusic stellen Musiker ihre neuen Projekte vor, die man bei Interesse einfach per Mausklick unterstützen kann. Die Plattformbetreiber nennen dies pledge [Engl. für Depotgeld]. Die Konditionen werden von den Künstlern selbst gestellt. Im vorliegenden Fall bedeutet das, wenn sich in einer festgesetzten Zeitspanne genug Unterstützer finden lassen, bekommen all diese das Album zu einem sehr fairen Preis entweder per Download oder per Post – exklusiv, als Vor-Veröffentlichung. Außerdem werden satte 20% des so zusammen getragenen Geldes an eine der führenden englischen Organisationen zur Bekämpfung von Krebs gespendet. Wenn sich nicht genug Unterstützer finden lassen, bezahlt man gar nichts, da das Projekt auch nicht zu Stande kommt.

Auf PledgeMusic können die Künstler alle Konditionen selbst bestimmen, besonders wieviel für wen oder was gespendet wird. Unterm Strich heißt das, mehr Entscheidungsfreiheit für Künstler und Konsument durch direkte Einflussnahme, bessere finanzielle Konditionen für beide Seiten (+exklusive Boni) und Wohltätigkeit ohne Mehraufwand. Ein hervorragendes System, was einmal mehr zeigt, wie intelligentes und verantwortungsbewusstes Marketing mit Hilfe von digitaler Kommunikation in sozialen Netzwerken im Idealfall funktionieren kann.

ps. Sehr symphatisches Video.

3 Gedanken zu “Crowdfunding auf PledgeMusic: Ein Idealfall verantwortungsbewusster Vermarktung

  1. Klingt nach einem Copycat von Sellaband. Richtig?
    Oder was ist elementar anders?
    Die Spende an eine externe Organisation. Die leuchtet mir nicht wirklich ein, denn das Geld könnten sehr gut die Musiker gebrauchen.

    • Hatte mir schon gedacht, dass du als erster kommentieren würdest – Willkommen!
      Das Prinzip ist ähnlich zu Sellaband, obwohl ich da nicht weiß, wie frei die Künstler in der Bestimmmung der Konditionen sind. Außerdem ist Sellaband ein deutsches Angebot und PledgeMusic das englische Pendant (ich weiß nicht, welches länger am Markt ist, ich glaube aber PledgeMusic). Außerdem haben beide Plattformen ein unterschiedliches Spektrum an Musikern. Aber gerade die Spendenmöglichkeit ist ganz hervorragend im Sinne des Marketing und der PR. Und das wissen auch die Künstler, die zwar einen Teil ihres Geldes (freiwillig!) hergeben, damit aber einen hohen PR-Mehrwert generieren, da Wohltätigkeit sehr gut fürs Image ist und auch ziemlich gut zu Indy-Musik passt, die ja dort maßgeblich vertreten ist. Und der Konsument erfährt schon in dem Moment, dass ein Teil seines Geldes einer guten Sache zukommt, in dem er sich über das neue Projekt kundig gemacht – ebenfalls eine klasse Kombination, ein weiterer Mehrwert, da somit ein kluges Marketing hier viel früher beginnt (wie du ja selbst immer so schön in deinen Ausführungen bzgl. crowdsourcing schreibst).

  2. Pingback: Crowdfunding im Filmbereich | Social Media Detektiv

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>